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INFOSHEET BPC106 THRILLS DEUTSCHellen allien: „ein album ist ein lebensabschnittswerk. wenn ich immer nur so durch das clubleben hetze, hab ich das gefühl zerstreut zu sein ich bin nicht richtig geerdet. stattdessen schwebe ich immer noch im clubfilm, flattere durch die nacht und stehe dabei zwischen bassdrum und den emotionen der leute. dabei bin ich völlig weggetreten, bin oft nicht mehr in mir. wenn ich mal länger zeit habe, im urlaub bin, oder einfach nur auf dem bett liege, dann kann ich das erst verarbeiten. diese ruhe habe ich nicht oft im leben, so ist das auch mit der musik. nein-sagen zu lernen ist eine stärke, sich auf eine sache konzentrieren zu können, auf meine sachen. ein album zu machen, bedeutet in erster linie runterzukommen, zu entspannen, wieder zu mir zu finden, wieder kontakt zu mir aufzunehmen, herausfinden, wo ich hin will, zeigen, was man kann. das ist ein schöner prozess, eine rückkehr zu dem, was mir spaß macht.“
bei ellen allien steht mittlerweile nicht mehr das austesten der eigenen fähigkeiten, perspektiven Stadtkind und anknüpfungen an aktuellen strömungen elektronischer musik Berlinette an zentraler stelle, sondern ihr drittes album „thrills“ will vielmehr das eindeutige statement setzten, dass ihre leidenschaften zur profession geworden sind. das bedeutet auch, dass sie sich aus dem büroalltag einer labelmanagerin zurückgezogen hat, um die größtmögliche freiheit für sich in anspruch zu nehmen – und zwar sich selbst als künstlerin zu definieren, mit allem was dazu gehört. das funktioniert auch nur aufgrund des guten, eingespielten teams bei bpitch control, das ihr dazu die nötige rückendeckung verleiht.
konzentration ist wesentlich. der kreative ausdruck ist zwar schon immer ihr ventil für die suche nach dem nervenkitzel, der ein fühlen und spüren ist. aber auf „thrills“ wird dies jetzt zu einem großen moment von klarheit – ellen allien steht fest mit beiden beinen auf dem boden, und kann ihre gedanken in den wolken spielen lassen. nervenkitzel ist vielleicht ihr ausgleich zwischen konzentration und entspannung. aufregung nimmt sie wahr als einen augenblick, bei dem die fast geschlossenen augen eine unschärfe der umgebung zeigen und sich ein kribbeln unter der schädeldecke bemerkbar macht. dieses körpergefühl, das ein ‚im hier und jetzt sein’ ist, kann für „thrills“ zum ausgang werden, diesen klaren moment festhalten zu wollen. musik ist für ellen allien ausdruck und kanal zugleich. in der bewährten zusammenarbeit mit holger zielske (smash tv), mit dem sie auch „stadtkind“ und „berlinette“ zusammen produzierte, ist „thrills“ nun ebenso das ergebnis dieser eingespielten teamarbeit.
aber nicht nur konzentration und routiniertes arbeiten bestimmen die entstehung von „thrills“. zum loslassen und sich selbst fühlen gehört auch ein sehr freier, entspannter umgang mit produktionstechnik. mit neuen-alten geräten wie die roland 808 und einem arp 2600 entstand ein wärmerer, nicht-digitaler sound, der auch die musik in neuer und gleichzeitig alter weise verändert. ellen alliens suche nach der möglichkeit des zusammenfindens von mensch und technik kann nun auf „thrills“ als ein zwischenergebnis unter vielen gelesen werden. nichts desto trotz ist ellen allien trotz eines wieder erkennbaren klangrahmens immer die tüftlerin und fricklerin, die sich weigert in den bequemen, eingelaufen bahnen zu verharren. der arp 2600 ist schließlich ellen alliens neues lieblingsinstrument geworden, in den sie immerhin zwei monate ebay-suche investierte. diese liebe zur technologie ist also ebenso zentral für „thrills“, wobei sie immer nur mittel zum zweck ist; nicht andersherum.
ellen allien nimmt sich also die freiheiten die sie braucht, um die extase, den innerlichen kitzel rauszulassen. dieser ist sowohl für die produzentin als auch für die konsumenten gleichermaßen erlebbar. das jahrelange reisen, die unglaubliche flut an sinneseindrücken, das filtern, festhalten und rahmen, lässt ellen allien sich mittlerweile selbst sehr stark wahrnehmen. sie fühlt sich nicht in der welt verloren, im gegenteil. diese relaxtheit, die „thrills“ ausstrahlt, ohne jedoch langsam oder chillig zu sein, ist ein zeichen für reife – musikalisch hat ellen allien ihren weg gemacht, ihre himmelsrichtung gefunden, ihr koordinatensystem selbst gebaut. sie sucht spuren und findet sie. ellen alliens musikalische zukunft ist somit eine verbindung von vergangenheit und gegenwart, auch wenn sie meint „future is dust“.
die klarheit im klang auf „thrills“, die kohärenz, die ihre basis in ellen alliens geschichte findet, spricht von erinnerungen - wirklich gelebten und nicht nur re-/produzierten gefühlen - die immer noch so mitreißend sind, dass sie nicht nur zum sound einer generation werden, sondern zum soundtrack der biographie. ellen alliens technoide, elektroide wurzeln, sind das ewige spiel der frage „was geht noch damit?“. sie zeigt, dass techno noch längst nicht ausgereizt ist – im gegenteil, denn bei jedem ausruf „techno ist tot“ wird er stattdessen neu geboren und erhält ein anderes gesicht, das zumindest mit „thrills“ sehr stimmig und in sich geschlossen zum verweilen einlädt. dabei ist ellen alliens orientierung an dem, was am meisten rockt, was den dancefloor zum knallen bringt, sinnbildlich für ihr leben und ihre erfahrungen als dj. der bass ist immer ihr roter faden, um den sich wiederum die vocals und melodien winden. |
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INFOSHEET BPC106 THRILLS ENGLISHellen allien: “an album is a work from a period in one’s life. constantly rushing around through clubs makes me feel distracted. i’m no longer grounded. instead, i’m still floating somewhere inside this club action, fluttering through the night, standing between the bass drum and the emotions of the people. i’m totally absent. often i’m no longer inside my own body. when i have more time, when i’m on holiday or just lying around in my bed, i can finally start to process things. i don’t often have this peacefulness in my life, and it’s the same with music. learning to say no is a virtue, being able to concentrate on only one thing - my own thing. making an album mainly means coming down, relaxing, finding myself again, making contact with myself again, finding out where i want to go, showing what i’m capable of. it’s a nice process, returning to the things i like.”
in the meantime, ellen allien no longer places the primary emphasis on testing her own abilities, perspectives Stadtkind and links to current movements in electronic music Berlinette. rather, her third album “thrills” makes a clear statement: her passions have become her profession. this also means that she has withdrawn from the daily grind of being a label manager to allow herself as much freedom as possible – namely to define herself as an artist, with all it entails. and that can only work based on the well-oiled team at bpitch control giving her the necessary logistical support.
concentration is vital. creative expression has always been her outlet in the search for the thrill of sensing and feeling. on “thrills” this builds up to a great moment of clarity. ellen allien puts her two feet on the ground and lets her thoughts play in the clouds. thrills may be her balance between concentration and relaxation. she perceives excitement as a single moment, in which the half-closed eyes show the surroundings in a blur, when one can feel a slight tingling beneath the scalp. this bodily sensation, of being “here and now”, may be an intention of “thrills”, to hold on tight to this one moment of clarity. for ellen allien, music is expression and at the same time, a channel. “thrills” is a result of excellent teamwork with holger zielske (smash tv) with whom she also produced “stadtkind” and “berlinette”. but the making of “thrills” is not only defined by concentrated and experienced working methods. the ability to let go and to feel like oneself also requires a very free and relaxed approach to handling production technologies. with new-old units like the roland 808 and an arp 2600 a much warmer, non-digital sound emerged, which also altered the music in a new and at the same time an old way. on “thrills” one can now interpret ellen allien’s search for a way to merge man and technology as an intermediate result among many others. nevertheless, despite these recurring sound frames, ellen allien remains a tinkerer who objects to staying in comfortable, well-known surroundings. the arp 2600 has become ellen allien’s new favourite instrument, for which she searched for two months on ebay. her love of technology is also elementary to “thrills”, while always remaining a means to an end – not vice versa.
ellen allien allows herself the freedom she needs to let out this inner thrill, this ecstasy, which can be experienced by producer and consumers alike. her years of travel, the incredible flood of sensations, the filtering, capturing and framing, has, meanwhile, helped ellen allien to perceive herself more strongly. she no longer feels lost in this world – on the contrary. the relaxedness which emanates from “thrills”, without being slow or chilly, is a sign of maturity. ellen allien has found her musical path, her orientation. she has built her own system of coordinates. she seeks out traces, and finds them. ellen allien’s musical future is a link between past and present even though she thinks that “future is dust”.
the clarity of sound on “thrills”, the coherence, which finds its basis in ellen allien’s personal history, refers to memories – ones that were really experienced and not just re-produced feelings – which are still so moving that they not only become the sound of a whole generation, but also the soundtrack to her own biography. ellen allien’s technoid, electroid roots, the everlasting game of asking the question “what else can you do with it?” shows that techno has not come to an end by a long way – on the contrary. because with every shout of “techno is dead”, it is newly born with a different face, which at least on “thrills” is very coherent and self-contained and invites you to linger. and all this time, ellen allien’s orientation toward what rocks the hardest, what makes the dance floor boil over, is emblematic of her life and experience as a dj. the bass is always the common thread and all the vocals and melodies twirl around it.
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